Tagesgeld /
Auch wenn sich das gute alte Sparbuch in Deutschland nach wie vor großer Beliebtheit erfreut, entscheiden sich immer mehr Menschen für die Eröffnung eines Tagesgeldkontos. Doch worin genau unterscheidet sich Tages- von Festgeld oder warum sind die Zinsen um ein Vielfaches höher als bei einem Sparbuch? Hier erfahren Sie alles, was sie in punkto Tagesgeld wissen sollten.
Tages- oder Festgeld?
Ein wesentlicher Unterschied zwischen Tages- und Festgeld besteht darin, dass bei einem Festgeldkonto im Voraus bestimmt wird, über welchen Zeitraum das Geld mit einem entsprechend festen Zinssatz angelegt wird. Der Zinssatz eines Tagesgeldkontos kann im Gegensatz dazu, je nach Marktlage auch kurzfristig, vom Anbieter verändert werden. Auch wenn es um die Zugriffsmöglichkeit dieser beiden Anlageformen geht, verhält es sich sehr ähnlich. Auf das Tagesgeldkonto kann – wie der Name schon sagt – täglich zugegriffen werden, während der Anleger eines Festgeldkontos bis zum Ende der Laufzeit damit warten muss, damit der Anspruch auf die vereinbarten Festgeldzinsen nicht verfällt.
Festgeldkonten werden mit Laufzeiten von einem Monat bis zu fünf Jahren veranschlagt. Feste Einlagen und ein damit verbundener "Nicht-Zugriff" werden i. d. R. mit einem höheren Zinssatz belohnt. Auch die Zinssätze von Tagesgeldkonten sind im Vergleich zu denen des klassischen Sparbuchs vergleichsweise hoch. Allerdings darf über die größere Zugriffsflexibilität nicht vergessen werden, dass die Zinssätze von Tagesgeldkonten Kursschwankungen unterliegen können.
Beide Anlageformen weisen also deutliche Vorzüge auf, wodurch es einzig auf die richtige Entscheidung ankommt, welche Anlageform individuell die richtige ist.
Warum brauche ich i. d. R. ein Referenzkonto, um ein Tagesgeldkonto zu eröffnen?
Ein Referenzkonto wird von den meisten Tagesgeldkontoanbietern deshalb verlangt, weil darüber der gesamte Zahlungsverkehr abgewickelt wird. Das eigentliche Tagesgeldkonto wird einzig für die Geldanlagen verwendet, während über das eingerichtete Referenzkonto Lastschriftverfahren oder Überweisungen vorgenommen werden können. Im Falle einer Privatentnahme kann der gewünschte Betrag also beispielsweise per Lastschriftverfahren vom Tagesgeldkonto auf das Referenzkonto transferiert werden.
Die Einrichtung eines solchen Referenzkontos klingt vielleicht auf den ersten Blick etwas umständlich. Die Praxis zeigt jedoch, dass das Tagesgeldkonto auf diese Art und Weise einen unkomplizierten Überblick über alle Transaktionen erlaubt.
Seit 2008 gibt es sogar ausgewählte Direktbanken, die Tagesgeldkonten anbieten, bei denen über eine EC/Maestro-Karte täglich auf das Guthaben zugegriffen werden kann. Wer also bisher die Eröffnung eines Tagesgeldkontos gescheut hat, weil Verzögerungen im Kontentransfer befürchtet wurden, der kann sich mit diesen Konditionen auf eine unkomplizierte und zeitnahe Handhabung des Tagesgeldes freuen.
Ein Wort zur Einlagensicherung
Durch die Einlagensicherung kann sich der Anleger vor Verlusten schützen, die durch eine mögliche Insolvenz der Bank zustande kommen können. Die Einlagensicherung ist zwar in Deutschland gesetzlich geregelt, dennoch gibt es große Unterschiede. Grundsätzlich werden die Einlagensicherungssysteme von den Spitzenverbänden der Kreditwirtschaft getragen, deren Gelder sich aus den Zahlungen der einzelnen Mitgliedsinstitute zusammensetzen. Für die unmittelbare Absicherung gibt es hierbei Einlagensicherungsfonds von privaten Anbietern und den indirekten Einlegeschutz durch Institutionssicherung von Sparkassen und Kreditgenossenschaften.
Die Einlagen bei einem Sparbuch werden i. d. R. durch die Bank abgesichert. Speziell für Tagesgeldkonten gibt es Unterschiede in der Einlagensicherung. Je nach Höhe des angelegten Geldes kann die Einlagensicherung nämlich auch nur für eine bestimmte Summe festgelegt worden sein. Nun mag die Wahrscheinlichkeit, dass große Banken von heut auf morgen insolvent gehen, eher gering sein. Trotzdem sollte das Verhältnis von möglichem Risiko und attraktiver Zinshöhe im Einzelfall gründlich abgewogen werden.

