Tarifchecks - News
München, den 5. August (tc.) Stiftung Warentest hat hiesige Rechtschutzversicherungen genau unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ist ernüchternd. Von insgesamt 46 untersuchten Angeboten durfte sich keines über die Note „sehr gut“ freuen. Immerhin erhielten sieben der Policen das Prädikat „gut“. Drei der Rechtschutzpakete warnen mit der Note „ausreichend“ davongekommen. Die restlichen Angebote erhielten immerhin noch das Prädikat „befriedigend“. Dies geht aus der aktuellen Ausgabe von „Finanztest“ hervor (8/2009).
Besonders auffällig ist die Preisentwicklung der beliebten Versicherungsform. Denn gemessen am vorherigen Testergebnis aus dem Jahr 2006 seien die Preise um insgesamt 25 Prozent gestiegen. Die Leistungen und deren Umfang sein hingegen kaum gewachsen. Das Prinzip Rechtschutzversicherung ist ohnehin eine komplexe Versicherungsform. Ein Rund-um-sorglos-Paket gibt es nicht. D.h. eine Rechtschutzpolice, die finanzielle Hilfe in allen Rechtslagen biete, ist nicht zu bekommen. Vielmehr werden für bestimmte Rechtsbereiche spezialisierte Policenpakte angeboten. Im arbeitsrechtlichen Bereich wird am häufigsten ein lückenloser Schutz angeboten.
Kosten abfedern
Besonders hier kann der Versicherungsschutz besonders hilfreich sein. Wenn es um Arbeitsrecht geht, haben vor allem Angestellte mit wenig finanziellen Mitteln die Wahl zwischen den teuren Folgen eines Rechtsstreits und den Forderungen des finanziell meist überlegenen Arbeitgebers. Denn jede Partei muss vor dem Arbeitsgericht die Kosten in der ersten Instanz selbst zahlen. Nur in den anderen Rechtsgebieten muss der Verlierer tief in die Tasche greifen und alles zahlen.
In Sachen Miet- und Verkehrsrecht können die Rechtschutzpolicen in der Regel nur mit Einschränkungen abgeschlossen werden. Für Unterhalts- beziehungsweise Scheidungsprozesse sowie Geldanlagen ist es hingegen so gut wie unmöglich einen umfassenden Rechtschutz zu bekommen. Es gibt im Rechtschutzversicherungswesen Einzel- und Kombipolicen. Versicherungsnehmer sollten die Angebote in jedem Fall gründlich unter die Lupe nehmen, denn die Preisleistungsverhältnisse variieren enorm. Insgesamt sind Einzelpolicen zwar etwas kostspieliger. Doch nicht jeder braucht Rechtschutz gleich in mehreren Lebensbereichen. Für Vielfahrer ist der Abschluss einer Verkehrsrechtschutzpolice sicherlich sinnvoll. Für Angestellte kann sich dagegen eine Arbeitsrechtschutzpolice durchaus lohnen.

