Tarifchecks - News
München, den 5. März (tc.) Soziale Netwerke wie Facebook, StudiVZ oder Twitter haben sich für viele Menschen binnen kurzer Zeit zu einem wichtigen Bestandteil der täglichen Kommunikation entwickelt. Dass die kommunikative Offenheit allerdings auch negative Folgen haben kann, war in den letzten Monaten immer wieder aus den Medien zu entnehmen. So musste eine Krankenversicherungsnehmerin aus Kanada auf Versicherungsleistungen verzichten, weil auf ihrem Facebook-Profil Fotos zu sehen waren, auf denen sie lächelte. Da sie aufgrund einer Depression jedoch Leistungen bezog, wurden diese, mit der Begründung, sie könne auch arbeiten, gestrichen.
Während es im Fall der Kanadierin um die Gesundheit ging, könnten die Folgen des Web 2.0 aber auch in einer ganz andere Richtung zielen. Ein britischer Versicherungsexperte rechnet in naher Zukunft beispielsweise mit steigenden Versicherungsprämien, wenn es um die Veröffentlichung privater Informationen geht, die einen Diebstahl zur Folge haben können. Denn wer kennt sie nicht, Meldungen wie: „Ich bin dann mal für zwei Wochen auf den Malediven“ oder: „Kaiserwetter in Südtirol“ während es in München gerade stürmt und schneit. Für die Statusmeldung kann da schon der erklärte Weg zum Bäcker ausreichen, um potenzielle Diebe auf ihre Möglichkeiten hinzuweisen.
Was auf den ersten Blick noch unrealistisch erscheint, ist schon merhfach geschehen. So fand etwa ein Urlauber aus den USA, der nach einer zweiwöchigen Reise zurückkam und unterwegs ordentlich getwittert hatte, seine Wohnung völlig leer geräumt vor. Versicherungsexperten rechnen vor diesem Hintergrund mit Prämienerhöhungen von bis zu acht Prozent, vorausgesetzt jemand benutzt aktiv soziale Netzwerke. Denn sollte es zum Versicherungsfall kommen, kann ein Hinweis über eine entsprechende Statusmeldung über die Zahlung von enorm viel Geld entscheiden. Zwar gibt es derzeit noch keine einheitliche Rechtssprechung für solche Fälle, doch das ist nur eine Frage der Zeit.

