Tarifchecks - News

Die Unisex-Tarife kommen

München, den 29. Dezember (tc.) Im Zuge einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) müssen deutsche Versicherer bis Ende 2012 dafür sorgen, einheitliche Tarife für Frauen und Männer anzubieten. Die Folge dieser Neuregelung dürfte für so manchen Versicherungsnehmer Beitragserhöhungen bedeuten. Experten des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) raten in diesem Zusammenhang jedoch von einer Kündigung zum jetzigen Zeitpunkt ab.

„Je nach Versicherungsprodukt können sich die Prämien mal für Frauen, mal für Männer erhöhen“, erklärt Hasso Suliak vom GDV. „Verbraucher sollten ihre alten Verträge aber deswegen nun nicht gleich kündigen“, so Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten (BdV). Bisher sei noch nicht eindeutig kalkulierbar, welche Versicherungsprodukte mit den Unisex-Tarifen teurer oder günstiger würden.

Änderungen seien einer Einschätzung des BdV zufolge vor allem Lebens-, Berufsunfähigkeits-, Unfall- und private Krankenversicherung. In der Kfz-Versicherung müssen künftig vor allem Frauen draufzahlen. Denn Frauen verursachen laut Unfallstatistik erheblich weniger Unfälle als Männer.

In diesem Versicherungsbereich müssen sich Frauen auf Mehrkosten von elf Prozent einstellen. Umgekehrt könnten Rentenversicherungen für Männer teurer werden, weil sie statistisch gesehen eine geringere Lebenserwartung haben als Frauen. Bestehende Versicherungsverträge sind von den Änderungen nicht betroffen. Einzig Neuverträge müssen dann ohne geschlechterspezifische Unterschiede auskommen (EuGH, Az.: Rechtssache C-236/09).