Strom-Tarife /

Wie setzt sich nun eigentlich der Preis für Strom zusammen?

Lediglich 20% des Preises entfallen auf die tatsächliche Stromerzeugung, also auf die Erzeugung elektrischer Energie.

Beachtliche 40% werden für den Transport von der Quelle (also dem Kraftwerk) zum Endverbraucher berechnet. Dies teilt sich wiederum auf Kosten für die Leitungen und die lokale Distribution. Letztere erfolgt im Niederspannungsnetz und muss daher zuerst transformiert werden. Zur Verteilung werden heutzutage meist teure Erdkabel benötigt.

Der zweite große Anteil sind die Steuern und Abgaben. Dazu zählen die Stromsteuer, die Mehrwertsteuer, gesetzliche Aufschläge und sonstige Abgaben.
Industriebetriebe erhalten in der Regel einen günstigeren Preis, da sie ihren Strom direkt aus dem Mittel- oder Hochspannungsnetz entnehmen.

Kurz nach der offiziellen Liberalisierung des Marktes brachte der intensive Wettbewerb vielen Kunden deutlich niedrigere Strompreise. Industriekunden konnten sich auf bis zu 50% Preisnachlass freuen, bei den Privatkunden erreichte die Ermäßigung 20%. Seit 2001 steigen die Preise jedoch kontinuierlich an. Der eine Grund dafür liegt bei den höheren Produktionskosten: seit Mitte 2000 sind die Preise für Kohle und Gas um ein Zweifaches teurer geworden. Hinzu kommen die schrittweise erhöhten Abgaben für die Stromsteuer (Ökosteuer), die Pflichtabgaben nach dem Gesetz für Erneuerbare Energie und die Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung. Ein weiterer Kostenfaktor ist das so genannte Netzungsentgelt der Netzbetreiber. Zum jetzigen Zeitpunkt zahlen Haushaltskunden 6,8 Ct. je verbrauchter Kilowattstunde (laut einer Studie der Uni Köln vom 1998 sind nur 3,6 Ct. die realen Kosten für Stromverteilung und Vertrieb).

News
  • Steigende Strompreise bei rückläufiger Nachfrage 
    Zu Beginn dieses Monats erhöhen bundesweit 51 Stromversorger ihre Preise. Dies geht aus einer aktuellen Mitteilung des Heidelberger Verbraucherportals Verivox hervor. Demnach müsse mit durchschnittlichen Preiserhöhungen von 5,8 Prozent gerechnet werden. Bei neun Stromanbietern sei mit Preisnachlässen von 3,6 Prozent im Durchschnitt zu rechnen. Für April seien ebenfalls Preisanstiege von etwa sechs Prozent bei 50 weiteren Energieanbietern erwartbar...
  • Energiepreise steigen 
    Eine aktuelle Erhebung des Verbraucherportals Check24.de hat ergeben, dass sich die Preise für Strom und Gas in den kommenden Monaten bei zahlreichen Grundversorgern erhöhen werden. Aus der Prognose für den kommenden beziehungsweise darauf folgenden Monat geht hervor, dass 52 Energieversorger die Preise für Strom anheben...
  • Einbruch bei Strom- und Gasverbrauch in Deutschland 
    Die Temperaturen in Deutschland klettern beständig talwärts. Während die logische Konsequenz eigentlich ein erhöhter Energieverbrauch sein müsste, ist die Nachfrage in Sachen Strom und Gas in letzter Zeit im Land hingegen gesunken. Dies zeigt jedenfalls ein Blick auf den gesamtdeutschen Energieverbrauch des bisherigen Jahres...